Wanderferien im Südtirol 1.6. - 13.6.2014

Die Dolomiten sind seit 2009 ein Unesco Weltnaturerbe. Die „bleichen“ Berge sind Ozeangiganten und als Korallenriffe im Urmeer entstanden.


Sonntag 1.6. Übernachten im Nationalpark

Das 1. Etappenziel ist das Hotel Il Fuorn im Nationalpark auf 1768 m. Direkt hinter dem Hotel führt ein schöner Wanderweg auf die Alp Grimels. Hier beobachten wir einige gut genährte Murmeltiere beim Grasen und Spielen. Auf dem Rückweg sehen wir nur wenige Meter vor uns eine Gams. Später am Abend beobachten wir rund um das Hotel ca. 50-60 Hirsche – was für ein Anblick!

Alp Grimels
Alp Grimels
Hirsche beim Hotel Il Fuorn
Hirsche beim Hotel Il Fuorn

Montag, 2.6. Im Rosengarten

Nach einem herzhaften Frühstück joggen wir direkt vom Hotel Il Fuorn zum P8 über Stabelchod zurück zum P9 und weiter bis zum Hotel Buffalora auf 2000 m und dem Fluss entlang zurück zum Hotel (1 h 40). Wir fahren weiter über den Ofenpass und das Val Müstair über Meran nach Bozen. In Welschnofen, im Eggental, finden wir das kleine und feine Hotel Berghaus Rosengarten. Mutter und Tochter Gapp kümmern sich mit viel Herz um das Wohl der Gäste; Vater Gapp verwöhnt die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten. Vom Hotel aus sieht man einen Teil der Dolomiten; den Latemar und den Rosengarten.

Welschnofen im Eggental
Welschnofen im Eggental
Blick auf den Rosengarten
Blick auf den Rosengarten

Dienstag, 3.6. Höhenweg im Rosengarten

Nach dem Frühstück wandern wir direkt vom Berghaus zur neuen Gondelbahn Laurin 1, die uns in 14 Minuten auf die Frommer Alm (1743 m) bringt. Die Wanderwege ab 2300 m sind noch nicht begehbar, da zu viel Schnee liegt. Unsere Tour führt auf einem schönen Höhenweg unterhalb des Rosengartenmassivs zur Haniger Schwaige. Der Abstieg ist steil und geht durch Geröll und Fels und später durch Waldgebiet wieder zurück zum Berghaus. Auf der sonnigen Terrasse belohnen wir uns nach der 6-stündigen Wanderung mit einem kühlen Radler.

Der Latemar
Der Latemar
Die Vajolettürme
Die Vajolettürme

Mittwoch, 4.6.

Wir verlassen Welschnofen Richtung Karerpass. Die Fahrt ins Pustertal führt uns durch die Dolomiten über insgesamt fünf Pässe. Bei schönem Wetter ist diese Fahrt sicher sehr reizvoll und die Aussicht auf die umliegenden Dolomiten spektakulär. Leider ist das Wetter aber schlecht, es regnet und Nebel verhindert die Sicht auf die Berge. In Misurina erkennen wir schemenhaft die berühmten Drei Zinnen. Im Nachbardorf von Toblach, in Aufkirchen Santa Maria, finden wir eine passende Unterkunft. Das Eckzimmer mit Balkon im Bed & Breakfast Wiesenhof ist gut eingerichtet und bietet eine herrliche Aussicht über Toblach und in die nahen Berge. Hildegard Oberhammer, die Besitzerin, ist eine warmherzige und engagierte Gastgeberin. Den Wiesenhof können wir wärmstens weiterempfehlen.

Der Karersee
Der Karersee
Aussicht vom Hotel Wiesenhof, Aufkirchen S. Maria, Toblach
Aussicht vom Hotel Wiesenhof

Donnerstag, 5.6. Besuch der ältesten Stadt Tirols

Wir fahren nach Brixen, der ältesten Stadt Tirols. Dort besichtigen wir den wunderschönen Dom und flanieren durch die schmucken Gässchen. Am Abend joggen wir direkt vom Wiesenhof nach Toblach und machen dort noch den Trimm-Dich-Pfad. Das Abendessen im Hotel Restaurant Kirchenwirt im Ort ist gut und reichlich. Die Kirchenwirtplatte versorgt uns mit der nötigen Energie für die geplante Bergtour morgen auf das Toblacher Pfannhorn.

Brixen, die älteste Stadt Tirols
Brixen, die älteste Stadt Tirols

Freitag, 6.6. Eine 360 Grad Rundsicht

Eine kurze Autofahrt bringt uns zum Startpunkt Kandellen 1583 m. Die Wanderung führt uns durch die Bergalm auf das Pfanntörl 2511 m. Hier auf der Nordseite liegt noch zu viel Schnee, um sicher auf dem Grat zum Gipfel zu gelangen. Wir steigen wieder ab auf 2325 m und nehmen den Weg zur Bonner Hütte. Die Südseite ist praktisch schneefrei und wir erklimmen problemlos den Gipfel des Toblacher Pfannhorns 2663 m. Die 360 Grad Rundsicht auf die umliegenden Berge ist einzigartig. In der Bonner Hütte genehmigen wir uns zuerst noch ein Radler, bevor wir wieder absteigen.

Toblacher Pfannhorn 2663 m
Toblacher Pfannhorn 2663 m
Toblacher Pfannhorn 2663 m
Aussicht von der Terrasse der Bonner Hütte 2340 m
Aussicht von der Terrasse der Bonner Hütte 2340 m

Samstag, 7.6. Gipfelbesteigung

Heute wollen wir auf den Strudelkopf. Mit dem Auto fahren wir nach Schluderbach 1451 m und starten von hier unsere Tour. Der Wanderweg führt nur kurz der Strasse entlang und dann weiter auf einem schönen Pfad hoch bis zur Dürrensteinhütte 2040 m. Von hier sehen wir auch auf den Dürrenstein; es liegt praktisch kein Schnee mehr auf diesem Gipfel auf 2838 m. Darum ändern wir die Route und besteigen den besagten Dürrenstein, es wird uns belohnt mit einer prächtigen Aussicht. Die 1400 Meter Abstieg fahren dann doch ziemlich in die Beine. Auf der Rückfahrt sehen wir die Drei Zinnen im Abendlicht, das gibt noch ein paar schöne Aufnahmen.

Der Dürrenstein 2838 m
Der Dürrenstein 2838 m
Der Dürrenstein 2838 m
Die drei Zinnen im Abendlicht
Die drei Zinnen im Abendlicht

Sonntag, 8.6. Gulasch mit Knödeln

Bei unserer Tour am Freitag aufs Pfannhorn machten wir Rast bei der wunderschön gelegenen Bonner Hütte. Alfred, der Hüttenwart, erzählte uns von einem neu erschlossenen Höhenweg, der vom Silvestertal zur Hütte hochführt. Wir fahren mit dem Auto über Wahlen bis zum Parkplatz Alte Mühle, Schöneggen. Von hier joggen wir den Toblacher Höhenweg entlang bis zur Steinbergalm 1926 m. Der Pfad führt links ab und hoch durch den Wald und weiter auf dem neuen Höhenweg bis zur Bonner Hütte 2340 m. Alfred verwöhnt uns mit seinem selbstgekochten Gulasch mit Knödeln. Wir geniessen den wunderschönen Ausblick und plaudern angeregt mit Alfred und seiner Frau Mina. Um 19.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und bewundern die Dolomiten im Abendlicht.


Montag, 9.6. Blitz und Donner

Wir fahren mit dem Auto nach Sexten, dann weiter über den Kreuzbergpass ins Val Padola. Eine Strasse zweigt rechts ab ins Val Grande und wir fahren hoch bis zum Rifugio Selvapiana 1568 m. Der Wanderpfad führt steil hinauf, vorbei an rauschenden Wasserfällen. Das viele Schmelzwasser fliesst auch auf dem Wanderweg ins Tal. Zweimal müssen wir einen reissenden Bergbach überqueren. Schliesslich erreichen wir das Rifugio Al Popera 1950 m. Der Talkessel ist immer noch schneebedeckt und engt umringt von Dolomitenzinnen – ein Paradies für Kletterbegeisterte. Obwohl dunkle Wolken aufziehen, wandern wir weiter Richtung Arzalpenkopf. Auf ca. 2100 m beschliessen wir umzukehren, da sich die Gewitterwolken verdichten. Ein guter Entscheid, wie sich wenig später herausstellt. Während dem Abstieg beginnt es zu regnen und weiter oben schlagen die ersten Blitze ein. Wir sind froh, als wir das Auto sicher erreichen.

Val Grande
Val Grande

Dienstag, 10.6.

Heute verlassen wir das Pustertal Richtung Stilfserjoch. Wir haben für die nächsten drei Nächte im Hotel Tannenheim in Trafoi ein Zimmer reserviert. Wir nehmen den Weg über den Jaufenpass 2092 m und kommen aus dem Ratschingstal nach Meran und dann weiter Richtung Reschenpass. In Eyrs machen wir Halt beim Trachten-Outlet. Hier gibt es Trachtenmode zum halben Preis. Bei Sponding zweigt die Strasse ab Richtung Stilfserjoch. Kurz vor Trafoi liegt das Hotel Tannenheim auf 1450 m direkt an der Strasse. Das Zimmer ist sehr grosszügig und modern eingerichtet mit Blick in die Berge.

Hotel Tannenheim in Trafoi
Hotel Tannenheim in Trafoi

Mittwoch, 11.6.

Herrlich ausgeruht starten wir in den neuen Tag. Die Wetteraussichten sind gut, erst am Nachmittag soll es örtlich Gewitter geben. Kurz vor 11 Uhr wandern wir direkt vom Hotel los. Der Schindelweg führt nach Trafoi zur Sesselbahn, die uns bequem zur Bergstation Furkelhütte auf 2153 m bringt. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf den Ortler 3905 m und die umliegenden Berge. Wir steigen noch hoch bis zur Schafsegg auf ca. 2500 m. Da ein Schatten, und schon fliegt ein Steinadler ganz nah über uns hinweg. Plötzlich hören wir die Schafe laut blöken und aufgeregt davon rennen und wir scherzen noch, ob vielleicht der Bär in der Nähe ist. Den geplanten Rundweg über die Schafshütte können wir nicht machen, da sich die Gewitterwolken rasch nähern. Wenig später schlagen in den Bergen schon die ersten Blitze ein und es donnert bedrohlich. Rasch steigen wir talabwärts und erreichen das Hotel Tannenheim kurz bevor es richtig zu regnen beginnt. Am Abend informiert uns die Chefin, dass auf dem Stilfserjoch ein Bär gesichtet wurde und der Schäfer, der für die über 1000 Schafe verantwortlich ist, bis auf weiteres auf der Alm bleibt.

Auf dem Schindelweg zur Sesselbahn in Trafoi
Auf dem Schindelweg zur Sesselbahn in Trafoi
Blick von der Schafsegg zum Ortler 3905 m
Blick von der Schafsegg zum Ortler 3905 m

Donnerstag, 12.6.

Mit dem Auto fahren wir nach Gomagoi. Von hier führt die Strasse hinauf nach Sulden 1900 m. Wir parkieren beim Sessellift Kanzel und nehmen den Wanderweg Nr. 5 Richtung Düsseldorferhütte. Der Pfad ist wunderschön angelegt und führt an einem rauschenden Gebirgsbach in sanften Kehren vorbei an Blumenwiesen bis zur Verzweigung Nr. 12 auf 2391 m. Die letzten 300 Höhenmeter bis zur Düsseldorferhütte führen über Geröll und einige Schneefelder. Von der Hütte auf 2721 m sehen wir die Königsspitze 3851, den Monte Zebru 2735 m und den Ortler 3905 m, den wir nun von der Ostseite sehen. Es türmen sich schon wieder Gewitterwolken auf und wir beschliessen, abzusteigen. Wir nehmen den Höhenweg Nr. 12 bis zur Sesselbahn Kanzel und fahren mit der Bahn herunter. In Sulden besuchen wir eines der Messner Mountain Museum zum Thema Eis. Die Ausstellung zeigt die weltweit grösste Sammlung von Ortler-Bildern – sowie Eisgeräte aus zwei Jahrhunderten.

Ab Sulden Wanderweg Nr. 5 Richtung Düsseldorferhütte
Ab Sulden Wanderweg Nr. 5 Richtung Düsseldorferhütte
Aussicht von der Düsseldorferhütte 2721 m
Aussicht von der Düsseldorferhütte 2721 m

Freitag, 13.6.

Fahrt nach Hause über das Stilfserjoch 2758 m und den Umbrailpass nach Sta. Maria im Münstertal.

Stilfserjoch 2763 m
Stilfserjoch 2763 m
Stilfserjoch 2763 m

Unser Fazit

Das Tirol ist wirklich wunderschön. Die Leute sind sehr herzlich und gastfreundlich. Wir kommen sicher wieder! 

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